Kung Fu

Kung Fu ist die in Amerika und Europa inzwischen übliche Bezeichnung für Kampfkünste, die ihren Ursprung in China haben (so steht „Karate” z.B. für japanische Kampfkünste und „TaeKwonDo” für solche aus Korea). Der Begriff „Kung Fu” stammt vom südchinesischen „Gongfu”, was soviel wie „harte Arbeit“ oder „Mühe“ bedeutet, welche zum Erlernen einer besonderen Fähigkeit eingesetzt wird. In der Volksrepublik China selbst ist dieser Begriff zur Bezeichnung der Kampfkünste wenig geläufig. „Wushu” (Kampfkunst) oder „Quanfa” (Faust-Methoden) sind je nach Provinz die üblichen Bezeichnungen. Der Begriff Kung Fu hat sich im Westen wahrscheinlich deswegen durchgesetzt, weil die meisten chinesischen Einwanderer der ersten Generation in den Vereinigten Staaten aus den Provinzen Südchinas stammten.

Chinesische Kampfkünste

Eine generelle Abgrenzung der chinesischen Kampfstile von anderen Kampfstilen ist nahezu unmöglich. Selbst die verschiedenen Kampfkunstformen innerhalb Chinas sind kaum überschaubar. Zudem reicht deren Einfluss über den gesamten asiatischen Raum und inzwischen natürlich auch darüber hinaus. Einige Merkmale sind aber doch kennzeichnend.

Anders als z.B. in Japan, wo Kampfstile wie Judo oder Aikido fest definierte Methoden des Kämpfens beinhalten, besteht Kung Fu traditionell aus allen Methoden des Kämpfens wie Treten, Schlagen, Ringen und Hebeln.

Kung Fu ist kein Wettkampfsport, was durch die Bezeichnung „Kampfkunst” in Abgrenzung von „Kampfsport” zum Ausdruck kommt. Im wirklichen Kampf gibt es keine Regeln. Der eigentliche Kampf des Kung-Fu-Kämpfers findet in der Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten und Aggressionen statt. Nur wer diese Gegner besiegt, wird auch den Sieg über andere Gegner erlangen können. Dabei wird er die Auseinandersetzung schlicht zu vermeiden suchen, ohne dass ihm falscher Stolz oder seine eigenen Aggressionen dabei im Weg stehen. Wenn sich ein Kampf nicht vermeiden lässt, wird er ihm ohne Furcht entgegensehen. Der simulierte Kampf ist hingegen immer „partnerschaftlich” und dient der Verbesserung und Vervollkommnung beider Partner. Es ist unwichtig, wer „besser” ist.

Viele Kung-Fu-Stile kennzeichnet eine ausgeprägte Nähe zu buddhistischen und taoistischen Weltanschauungen, welche die prinzipielle Achtung vor allem Leben lehren. So ist z.B. der bekannte „Shaolin”-Stil in dem gleichnamigen buddhistischen Kloster entwickelt worden.

Das Üben des Kung Fu dient dabei nicht nur der Selbstverteidigung, sondern auch der Stärkung von Geist, Seele und Körper. Wobei diese Dreiteilung schon dem westlichen Denken entspringt, da in den genannten Religionen von einer prinzipiellen Einheit dieser drei Momente des menschlichen Seins ausgegangen wird.

Eng damit verbunden ist auch die Nähe zur traditionellen chinesischen Medizin, welche auf der Theorie kosmischer Energie („Qi”) und entsprechender Energieleitbahnen („Meridiane”) im menschlichen Körper basiert. In vielen Kung-Fu-Stilen werden die Kenntnisse der chinesischen Medizin zum Aufbau und zum Erhalt der geistigen und körperlichen Gesundheit genutzt. Das Taijiquan z.B. hat sich aus einer Synthese traditioneller Kampfkünste mit der chinesischen Gesundheitslehre entwickelt. In manchen Stilen werden die Kenntnisse der Energieflüsse zudem dazu genutzt, den Gegner durch eine gezielte Stimulation so genannter „Vitalpunkte“ außer Gefecht zu setzen.

Longdao Kung Fu

Longdao heißt übersetzt „der Weg des Drachens”. Der Drache ist in China ein gutartiges Fabelwesen und steht für Kraft, Lebendigkeit und Weisheit der Natur. Ebenso ist der Drache mit universellen Fähigkeiten ausgestattet. Das Meer, der Himmel und die Erde sind gleichermaßen seine vertraute Umgebung. Das Bild des Drachens ist sowohl Vorbild vieler unserer Techniken, als auch Sinnbild für den umfassenden Ansatz der Selbstbildung im Longdao Kung Fu. Longdao verbindet Elemente aus den „harten” Körperschulen mit Praxisnähe und der Eleganz und Leichtigkeit der „weichen” Stile.

Es umfasst Schlag- und Tritttechniken aus traditionellen Richtungen des Kung Fu (z.B. Shaolin) sowie Wurftechniken des Kikôdô, einer modernen japanischen Variante des Taijiquan. In flexiblen Techniken wird die Kraft des Gegners aufgenommen und für Angriff und Abwehr genutzt. Das harmonische Zusammenspiel von körperlicher Dynamik und innerer Ruhe prägt den Stil; die ausgewogene körperliche Bewegung fördert geistige Kraft und Ausgeglichenheit. Übungen aus dem Qi Gong und dem Taijiquan sind integraler Bestandteil des Longdao. Sie bilden die energetische Basis und komplettieren die Kampftechniken.

Schnelligkeit erwächst aus Ruhe,
Kraft aus Schnelligkeit.

Geschichte

1997 brachte Raji Steineck die Techniken des Kikodo („Der Weg des leuchtenden Qi”) von Großmeister Tatsuhiro Fukuda aus Japan mit. In jahrelanger Arbeit haben Jörg Fuchs, Peter Becker und Raji Steineck diese Techniken mit Übungen und Techniken aus traditionellen Kampfkünsten kombiniert und erweitert. In einem weiteren Schritt wurde das Longdao mit speziellen Übungen zum Erhalt und Gewinn der inneren Energie vervollständigt.

Seit 2003 wird das Longdao Qi Gong in einem gesonderten Kurs angeboten. 2004 folgte schließlich die Gründung des Vereins „Longdao Verein für Kampfkunst e.V.”. Seit 2005 bzw. 2006 werden auch die beiden klassischen Taijiquan-Stile (Yang- und Chen-Stil) in gesonderten Kursen angeboten.

Das Training

Das zweistündige Training beginnt mit einer kurzen Meditation, um den „Kopf” für das Training freizubekommen und den Alltag hinter sich lassen zu können. Anschließend werden mit wechselnden Schwerpunkten Übungen für Kondition, Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit durchgeführt. Dabei wird ausschließlich mit dem eigenen Körper oder mit einem Partner geübt. Auch passionierte Sportler werden schnell eine Verbesserung ihrer Beweglichkeit, des Gleichgewichtsgefühls und der allgemeinen Körperkraft feststellen. Atem- und Energieübungen sowie Falltechniken runden den ersten Teil des Trainings ab.

Im zweiten Teil werden Kampf- und Selbstverteidigungstechniken erlernt und in Partnerübungen angewandt. Dabei lernen wir, bei allen Techniken aus einem festen Stand bei entspannter Muskulatur aus der Körpermitte zu arbeiten.

Zeit

Sonntag, 17.00 Uhr – 19.00 Uhr

Ort

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
(große Sporthalle)
Endenicher Allee 1, 53115 Bonn